Symposium 2012

Symposiumstag 07.12.2012

Gendersensible Fachdidaktik

Gendersensible Fachdidaktik

 

Wien 7.12.2012

IntercityHotel Wien

 

 

Das Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung (IUS) der Universität Klagenfurt veranstaltete im Rahmen des Projektes IMST (Innovationen machen Schulen Top) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur am 7. Dezember 2012 ein Symposium in Wien zum Thema „Gendersensible Fachdidaktik“.

Neben Impulsreferaten wurden in diesem Rahmen auch zwei aktuelle Handreichungen vorgestellt. Die Handreichungen sollen Lehrkräfte dabei unterstützen, das Lehren und Lernen in der Schule insbesondere in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern verstärkt vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen (z.B. Bildungsstandards und Kompetenzorientierung, Förderung der Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit, Steigerung von Motivation und Interesse bei Schülern und Schülerinnen in diesen Fachbereichen u.a.) zu gestalten.

 

Lehrerinnen und Lehrer stellen sich tagtäglich im Unterricht den Unterschieden hinsichtlich Geschlecht, Herkunft, Ethik, usw. Vor allem im Bereich der Naturwissenschaften, insbesondere Chemie und Physik aber auch in der Mathematik gibt es markante genderspezifische Unterschiede. Das Interesse der Mädchen in diesen Fächern liegt definitiv hinter jenen der Burschen, was sich auch auf die weibliche Studierendenzahlen von Technikstudien niederschlägt.

Dieser Gender Gap war der Ausgangspunkt für die nun veröffentlichten Gender und Diversitätsbroschüren des Gender_Diversitäten Netzwerks der Initiative IMST (Innovationen Machen Schulen Top). In diesen Broschüren erhalten Lehrerinnen und Lehrer fachdidaktische Anregungen, wie sich der Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fachrichtungen bzw. Mathematik gender- und diversitätssensibel gestaltet und wie Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler ermöglicht wird. Basierend auf wissenschaftlich fundierten und gleichzeitig professionellen, praxistauglichen Darstellungen werden Methoden und Ideen vermittelt, wie der Umgang mit Unterschieden möglich ist. Gender- und Diversitätsaspekte werden somit fixer Bestandteil des Unterrichts.  

 

 

Einladung & Programm:  Symposium "Gendersensible Fachdidaktik"

 

Erlass BMUKK: Erlass Symposium "Gendersensible Fachdidaktik"

 

 


Symposiumsprogramm & Erlass

Vorträge

Vorträge

Dr.in Katharina Willems:

Schulische Fachkulturen und Geschlecht. Physik und Deutsch – natürliche Gegenpole

Fachkulturen und Gender – diese beiden Kategorien scheinen eng miteinander verwoben. Nicht zuletzt verweisen darauf die vielfältigen Bemühungen, auf diese Verwobenheit zu reagieren (Förderprogramme für Mädchen in MINT, degendering science etc.). Die Ansätze, Benachteiligung von Jungen oder Mädchen im Bildungswesen zu minimieren, setzen zumeist bei der Kategorie Gender an. Es stellt sich die Frage, ob nicht die Frage eines stärkeren Bewusstseins für fachkulturelle Mechanismen sinnvoll(er) wäre. Um diesen Weg zu schärfen werden die vielfältigen Dimensionen fachkultureller Strukturen und Habitus für die Fächer Deutsch und Physik – und den bilingualen Physikunterricht – nachgezeichnet. Ansatzpunkte für fachkulturelle Reflexivität werden gemeinsam diskutiert. Aus dieser Perspektive wird dann auch hinterfragt, ob und wo die Kategorie Gender eine Rolle spielt.

 

Zur Person:

 

Katharina Willems (Dr. phil.) hat an der Universität Hamburg geforscht und an verschiedenen bundesdeutschen und österreichischen Hochschulen gelehrt (Schwerpunkte: empirische Schulforschung, Genderverhältnisse und Konfliktmanagement).  Sie ist zudem Mediatorin. Seit 2008 ist sie an der bilingualen Stadtteilschule Stellingen in Hamburg als didaktische Leiterin tätig.

 

 

Vortrag: "Schulische Fachkulturen und Geschlecht. Physik und Deutsch - natürliche Gegenpole?"

 

Mag.a Claudia Schneider:

Welcher Unterschied macht einen Unterschied? oder: Wozu überhaupt Kategorien-Bildung?

Gender- und Diversitätskompetenz als Teil der pädagogischen Professionalität beinhaltet wesentlich (Selbst-)Reflexionsprozesse: Welche Grundüberzeugungen (basic assumptions), welche impliziten oder Alltagstheorien, welche expliziten Theorien – in Bezug auf Geschlecht, „Herkunft“ und andere relevante Diversitäts­dimensionen – als Grundlage für individuelles Denken und Handeln dienen; wie sie als kollektive Denk- und Handlungsmuster auf Organisationskulturen wirken, wie sie Menschenbilder von Organisationen bestimmen, sind sie doch Grundlage von Programmen und Maßnahmen zur Realisierung von Chancengleichheit, die ja auf einen Wandel von Organisationen bzw. Organisationskulturen zielen.

Der Vortrag argumentiert, warum uns das sex/gender-System nicht weiterhilft und es produktiv für das Verstehen gesellschaftlicher Geschlechterordnungen ist, sex zu dekonstruieren – für manche eine „Provokation für das Alltagsdenken“ (Gildemeister 2005).

„Ethnische Herkunft“ als ebenso als Prozess – daher besser „Ethnisierung“ – zu analyisieren, wie „Behinderung“, „sexuelle Orientierung“ und andere.

Auf methodisch-theoretischer Ebene können bei der Identifizierung von sozialen Differenzierungen, Diskriminierungen und Vorurteilen, ihren Funktionen und Wirkungsweisen, folgende Konzepte hilfreich sein: das der Intersektionalität und das des Diversitätsmanagements, das darauf aufbaut. Aus der Fülle von Definitionen (vgl. Engel 2007) wird hier der Begriff Diversity verwendet, der gut an das Kerngeschäft von Schule anschließen kann, indem diejenigen Unterschiede zwischen Menschen bearbeitet werden, die ihre Akzeptanz und Anerkennung, ihre Arbeitsleistung, ihre Zufriedenheit und ihre Entwicklung und Fortschritte in einer Organisation betreffen (Hays-Thomas 2004)

 

 

Zur Person:

 

Claudia Schneider ist seit 1995 Mitarbeiterin beim Verein EfEU (Verein zur Erarbeitung feministischer Erziehungs- und Unterrichtsmodelle) und dessen Vorstandsmitglied sowie seit 2004 Gründungs- und Vorstandsmitglied der ASD – Austrian Society for Diversity. Sie ist in den Bereichen Aus- und Fortbildung, Organisationsberatung und Forschung tätig. Ihre Themenschwerpunkte sind an der Schnittstelle von Theorie und Praxis angesiedelt mit gender- und diversitysensibler Pädagogik, Gender-und Diversity-Trainings im Rahmen der Erwachsenenbildung, Beratung und Evaluation von gendersensiblen Schul- und Kindergartenprojekten sowie Diversitäten in Bildungsinstitutionen.

www.efeu.or.at, www.societyfordiversity.at

 

Vortrag: "Welcher Unterschied macht einen Unterschied? oder: Wozu überhaupt Kategorien-Bildung?"


Workshops

Workshops

Im Zuge des Symposiums fanden nachmittags fachdidaktische Workshops mit den Autorinnen der Broschüren statt.

Hier finden Sie eingige der Vorträge bzw. Materialien der Workshops.

 

Gendersensibler Biologie Workshop (Heidi Amon, Ilse Wenzl) 14.00 - 15.15 Raum 1

 

Arbeitsunterlagen: Biologie

Concept Cartoon

 

Gendersensibler Physik Workshop (Ilse Bartosch)                  14.00 - 15.15 Raum 2

 

Vortrag: Physikalische Bildung für Alle

 

Arbeitsmaterialien: Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3, Beispiel 4

 

Gendersensibler Mathematik Workshop (Helga jungwirth)        15.30 - 16.45 Raum 1

 

 

Gendersensibler Chemie Workshop (Anja Lembens)               15.30 - 16.45 Raum 2

Vortrag: Chemie

 


Gendersensible Broschüren

Genderkompetenz im Mathematikunterricht & Gender_Diversity-Kompetenz im naturwissenschaftlichen Unterricht

 

Cover

Gender_Diversity-Kompetenz im naturwissenschaftlichen Unterricht

IMST Gender_Diversitäten Netzwerk (Hrsg.) (2012). Gender_Diversity-Kompetenz im naturwissenschaftlichen Unterricht. Fachdidaktische Anregungen für Lehrerinnen und Lehrer. Klagenfurt: Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung.

Autorinnen
Heidemarie Amon, Ilse Bartosch, Anja Lembens und Ilse Wenzl

Download

Cover

Genderkompetenz im Mathematikunterricht

IMST Gender_Diversitäten Netzwerk (Hrsg.) (2012). Genderkompetenz im Mathematikunterricht. Fachdidaktische Anregungen für Lehrerinnen und Lehrer. Klagenfurt: Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung.

Autorinnen
Helga Jungwirth

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Fotos Symposium 2012

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Pressemitteilung

Unterschied im Klassenzimmer: Gender und Diversität im Mathematik- und Naturwissenschaftsunterricht

Pressemitteilung

IMST Gender_Diversitäten Netzwerk

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

07. Dezember 2012

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Unterschied im Klassenzimmer: Gender und Diversität im Mathematik- und Naturwissenschaftsunterricht

Lehrerinnen und Lehrer stellen sich tagtäglich im Unterricht den Unterschieden hinsichtlich Geschlecht, Herkunft, Ethik, usw. Vor allem im Bereich der Naturwissenschaften, insbesondere Chemie und Physik aber auch in der Mathematik gibt es markante genderspezifische Unterschiede. Das Interesse der Mädchen in diesen Fächern liegt definitiv hinter jenen der Burschen, was sich auch auf die weibliche Studierendenzahlen von Technikstudien niederschlägt.

Dieser Gender Gap war der Ausgangspunkt für die nun veröffentlichten Gender und Diversitätsbroschüren des Gender_Diversitäten Netzwerks der Initiative IMST (Innovationen Machen Schulen Top). In diesen Broschüren erhalten Lehrerinnen und Lehrer fachdidaktische Anregungen, wie sich der Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fachrichtungen bzw. Mathematik gender- und diversitätssensibel gestaltet und wie Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler ermöglicht wird. Basierend auf wissenschaftlich fundierten und gleichzeitig professionellen, praxistauglichen Darstellungen werden Methoden und Ideen vermittelt, wie der Umgang mit Unterschieden möglich ist. Gender- und Diversitätsaspekte werden somit fixer Bestandteil des Unterrichts. 

Die Autorinnen präsentierten die neuen Broschüren im Rahmen des „Symposiums für gendersensible Fachdidaktik“, welches am Wochenende in Wien stattfand. Zahlreiche Gäste aus dem Bildungsbereich folgten der Einladung des IMST Gender_Diversität Netzwerks und verfolgten in den Workshops die interessanten Zugänge und Anregungen in diese Thematik.

„IMST sieht es als seine Aufgabe aktiv Sensibilisierungsarbeit zu leisten. Mit diesen zwei Broschüren ist es uns gelungen, wichtige Impulse für eine gender- und diversitätssensible pädagogische Arbeit in den Bereichen Naturwissenschaften und Mathematik zu geben “, so Heimo Senger IMST-Projektleitung.

Die Initiative IMST, gefördert vom BMUKK, unterstützt die Etablierung einer fachbezogenen Qualitätsentwicklung in den MINDT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Deutsch und Technik sowie in verwandten Fächern. IMST wird vom Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung der School of Education der Alpen- Adria-Universität Klagenfurt in Zusammenarbeit mit vielen Personen und Partnerinstitutionen koordiniert und umgesetzt. Im Fokus steht kompetenzorientiertes Lernen unterstützt durch einen innovativen Unterricht. Neben vielen fachdidaktischen und pädagogischen Dimensionen sind vor allem auch Diversitätsaspekte wichtig und hier wiederum insbesondere Gender und Diversity Sensitivity und Gender Mainstreaming.

 

Die beiden Broschüren sind downloadbar unter http://pubshop.bmukk.gv.at sowie unter www.imst.ac.at/gender

 

 

Rückfragehinweise:

Mag.a Katrin Oberhöller

Gender_Diversitäten Netzwerk

Tel: 01/5224000-513

katrin.oberhoeller@aau.at

 

Rückfragehinweis:

Mag.a Barbara Orasche

+43 (0)463 2700 6122

barbara.orasche@aau.at